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Samstag, 9. Dezember 2017
Mittwoch, 29. November 2017
So sehen uns unsere Nachbarn »Gute Nacht, Marie«
»Gute Nacht, Marie«
Windkraft-Bild macht nachdenklich

Zu unserer Berichterstattung über die Auswirkungen der Windkraft
auf Lichtenau und die entsprechende Bebilderung (übrigens keine
Montage) erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:
Ihr Fotograf Herr Jörn Hannemann hat hier eines der schönsten Fotos aus meiner nächsten Umgebung geschossen. Das Bild gehört eingerahmt. So ‘was Erschreckendes habe ich selten gesehen, hoffentlich sehen das potenzielle Besucher nicht. Die werden einen großen Bogen um diese Gegend machen.
Lichtenau, die Vorzeigestadt der Windenergie – wenn das auch die Meinung des überwiegenden Teils der Bevölkerung ist, dann kann es nur heißen: »Gute Nacht, Marie«.
Rolf-Dieter Albers
Borchen
Ihr Fotograf Herr Jörn Hannemann hat hier eines der schönsten Fotos aus meiner nächsten Umgebung geschossen. Das Bild gehört eingerahmt. So ‘was Erschreckendes habe ich selten gesehen, hoffentlich sehen das potenzielle Besucher nicht. Die werden einen großen Bogen um diese Gegend machen.
Lichtenau, die Vorzeigestadt der Windenergie – wenn das auch die Meinung des überwiegenden Teils der Bevölkerung ist, dann kann es nur heißen: »Gute Nacht, Marie«.
Rolf-Dieter Albers
Borchen
Donnerstag, 16. November 2017
Windkraftgegner hoffen
Neue Methode zur Lärmmessung könnte Mindestabstand vergrößern

Kreis Paderborn(bel).
Windkraftkritiker auch im Kreis Paderborn bekommen neuen Aufwind. Ein
Urteil des Verwaltungsgerichts in Düsseldorf bestätigte jetzt in erster
Instanz eine neue Methode bei der Errechnung der Schallprognosen für
Windkraftanlagen. Mögliche Auswirkungen sind noch offen.
Künftig soll bei den Berechnungen ein so genanntes
»Interimsverfahren« angewendet werden. Zentrales Merkmal des
Interimsverfahrens ist, dass bei der Berechnung der Schallemission die
Bodendämpfung nicht mehr berücksichtigt wird. Das trägt der Entwicklung
Rechnung, dass die neuen Windkraftanlagen weitaus höher geworden sind,
als dies noch vor Jahren der Fall war.Das neue Verfahren hat zur Folge, dass in der Regel die Richtwerte nach der Technischen Anweisung (TA) Lärm schneller erreicht werden. Anfang September hatte die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz den Ländern empfohlen, diese neue Methode bei Schallprognosen anzuwenden.
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf bekräftige in einem Verfahren, dass diese neue Methode auch bei Anlagen angewendet werden sollte, die sich aufgrund eines Widerspruchs noch in einem Genehmigungsverfahren befinden. Voraussichtlich wird sich jetzt ein Oberverwaltungsgericht mit diesem Thema beschäftigen.
Welche konkreten Auswirkungen diese Entwicklung auch auf den Kreis Paderborn haben wird, ist noch offen. Windkraftkritiker fordern zwar in offenen Briefen an den Kreis Paderborn eine sofortige Anwendung, doch der Kreis Paderborn weist darauf hin, dass dieses Verfahren noch nicht verbindlich sei, und es eines entsprechenden Erlasses aus Düsseldorf bedürfe. Ende November wird zu diesem Thema eine Umweltministerkonferenz der Länder stattfinden. Nach Auffassung des Kreises sei dieses Verfahren derzeit nicht anwendbar, auch wenn es eine Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft gebe.
Ebenfalls derzeit nicht anwendbar ist nach Auffassung des Kreises eine Prüfung der so genannten »Umfassungswirkung« von Windkraftanlagen. Sie besagt, dass bei einer »Umzingelung« von Dörfern Sicht-Korridore von Windkraftanlagen frei gehalten werden müssen. Dieses Argument wird derzeit insbesondere von der Bürgerinitiative »Gegenwind Borchen« angeführt. Sie hat den Kreis Paderborn aufgefordert, dieses Kriterium anzuwenden. Aber auch hier hatte bereits der Windkraftplaner der Gemeinde Borchen bei der Vorstellung des ersten Entwurfs für den neuen Flächennutzungsplan im August darauf hingewiesen, dass dies derzeit kein »zwingendes Kriterium« sei und derzeit auch keine festen Werte hierfür vorliegen.
Das Kriterium basiert auf einem Gutachten in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2013, das dieses Kriterium erstmals in einen Plan für Windkraftanlagen im ländlichen Raum einarbeitete. Erste gerichtliche Verfahren hatten seinerzeit den Ansatz für dieses Kriterium bestätigt.
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Hallo zusammen, sicher ist dieses Papier nicht überall bekannt. Leider ist Lichtenau mit seinen 200 Anlagen hier nicht herausgehoben. Der Kreis hat etwa 1250 km², Lichtenau 193 km² .Bei ca. 15% der Fläche haben wir ca.36% der Windräder. Weder der Bund noch das Land NRW haben diese Stückzahlen gefordert. Es ist allein der politische Wille im Kreis Paderborn bzw. in der Stadt Lichtenau gewesen, der diese Dichte herbeigeführt hat.
Samstag, 16. September 2017
Ist es nicht so, oder ähnlich beim 95. Flächennutzungsplan in Lichtenau gelaufen?
Jede Eingabe war für die Katz
Beim Ausbau der Windkraft ist Bürgerbeteiligung zur Farce geworden

Zum Ausbau der Windkraft schreibt dieser Leser:
Mit der Bestätigung durch das Regierungspräsidium Detmold hat der 125. Flächennutzungsplan der Stadt Paderborn nun auch die letzte formale Hürde genommen. Bekanntlich hat die Dahler Wind-Initiative (DaWI) dieses städtische Planungsverfahren über Jahre hinweg kritisch begleitet in der Absicht, den Interessen der betroffenen Anwohner im kommunalpolitischen Entscheidungsprozess Geltung zu verschaffen.
Die ernüchternde Bilanz: Jede der ausführlich begründeten Eingaben war für die Katz; keine einzige argumentative Rückmeldung aus den Reihen der Ratsmitglieder; in der Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik ist das Engagement der Bürgerinitiative wirkungslos verpufft.
Das Stadtplanungsamt verfolgt seine windigen Ausbaupläne auch dann noch weiter, wenn die hochsubventionierte Privilegierung der Windkraft als politische Fehlleistung selbst bei Experten nicht mehr in Zweifel steht.
Der Chefberater Michael Ahn vom externen Planungsbüro WoltersPartner verteidigt hartnäckig seine Planungsfehler. In Dahl werden die 1000-Meter-Vorsorgeabstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten, sondern deutlich unterschritten. Dennoch werden – Begründungen hin oder her – sämtliche Einwände aus der Bevölkerung gegen das fragwürdige Planungsvorhaben abgewiesen.
Wiederholt lässt sich der juristische Berater Dr. Andre Unland in den Sitzungen des Bauausschusses wortreich über die erhoffte Rechtssicherheit der Flächennutzungsplanung aus, kein Wort aber verliert er über die unbegründete Ungleichheit der Vorsorgeabstände zu Lasten der Dahler Bevölkerung. Da die Wähler-Mehrheiten in der Paderborner Kernstadt wohnen, ist das Interesse der Ratsmitglieder an der städtebaulichen Entwicklung der östlichen Vororte nur schwach ausgeprägt; also stimmen sie (...) allen Vorlagen zu. (...)
Die kritische Bürgerbeteiligung an den städtischen Planungen zum höchst umstrittenen Windkraftausbau in Paderborn ist damit zur Farce geraten. Der Paderborner Kommunalpolitik (...) ist eine stadtplanerische Glanzleistung gelungen: Eine grandiose Verbauung des gesamten Paderborner Ostens mit Windkraftanlagen der Megadimension. Zu besichtigen ist jetzt ein riesiges Windindustriegebiet, das von Lichtenau bis nach Borchen reicht. Mittendrin der »Hotspot Dahl«, der von weit über 100 Windtürmen zugestellt ist. Zu besichtigen ist eine industrielle Verwüstung gewachsener Natur- und Kulturlandschaften, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Dennoch soll der technische und politische Aberwitz in den umliegenden Gemeinden fortgesetzt werden (...). Anstatt der Bevölkerung vorweg und endlich einmal eine seriöse Kosten-Nutzen-Bilanzierung vorzulegen – auch auf die »Gefahr« hin, dass der Widerstand gegen eine fehlgeleitete Windindustrialisierung und gegen den Umbau ganzer Gemeinden in Windindustriegebiete weiter wächst.
Prof. Dr. Jürgen Baur
Paderborn-Dahl
Mit der Bestätigung durch das Regierungspräsidium Detmold hat der 125. Flächennutzungsplan der Stadt Paderborn nun auch die letzte formale Hürde genommen. Bekanntlich hat die Dahler Wind-Initiative (DaWI) dieses städtische Planungsverfahren über Jahre hinweg kritisch begleitet in der Absicht, den Interessen der betroffenen Anwohner im kommunalpolitischen Entscheidungsprozess Geltung zu verschaffen.
Die ernüchternde Bilanz: Jede der ausführlich begründeten Eingaben war für die Katz; keine einzige argumentative Rückmeldung aus den Reihen der Ratsmitglieder; in der Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik ist das Engagement der Bürgerinitiative wirkungslos verpufft.
Das Stadtplanungsamt verfolgt seine windigen Ausbaupläne auch dann noch weiter, wenn die hochsubventionierte Privilegierung der Windkraft als politische Fehlleistung selbst bei Experten nicht mehr in Zweifel steht.
Der Chefberater Michael Ahn vom externen Planungsbüro WoltersPartner verteidigt hartnäckig seine Planungsfehler. In Dahl werden die 1000-Meter-Vorsorgeabstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten, sondern deutlich unterschritten. Dennoch werden – Begründungen hin oder her – sämtliche Einwände aus der Bevölkerung gegen das fragwürdige Planungsvorhaben abgewiesen.
Wiederholt lässt sich der juristische Berater Dr. Andre Unland in den Sitzungen des Bauausschusses wortreich über die erhoffte Rechtssicherheit der Flächennutzungsplanung aus, kein Wort aber verliert er über die unbegründete Ungleichheit der Vorsorgeabstände zu Lasten der Dahler Bevölkerung. Da die Wähler-Mehrheiten in der Paderborner Kernstadt wohnen, ist das Interesse der Ratsmitglieder an der städtebaulichen Entwicklung der östlichen Vororte nur schwach ausgeprägt; also stimmen sie (...) allen Vorlagen zu. (...)
Die kritische Bürgerbeteiligung an den städtischen Planungen zum höchst umstrittenen Windkraftausbau in Paderborn ist damit zur Farce geraten. Der Paderborner Kommunalpolitik (...) ist eine stadtplanerische Glanzleistung gelungen: Eine grandiose Verbauung des gesamten Paderborner Ostens mit Windkraftanlagen der Megadimension. Zu besichtigen ist jetzt ein riesiges Windindustriegebiet, das von Lichtenau bis nach Borchen reicht. Mittendrin der »Hotspot Dahl«, der von weit über 100 Windtürmen zugestellt ist. Zu besichtigen ist eine industrielle Verwüstung gewachsener Natur- und Kulturlandschaften, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Dennoch soll der technische und politische Aberwitz in den umliegenden Gemeinden fortgesetzt werden (...). Anstatt der Bevölkerung vorweg und endlich einmal eine seriöse Kosten-Nutzen-Bilanzierung vorzulegen – auch auf die »Gefahr« hin, dass der Widerstand gegen eine fehlgeleitete Windindustrialisierung und gegen den Umbau ganzer Gemeinden in Windindustriegebiete weiter wächst.
Prof. Dr. Jürgen Baur
Paderborn-Dahl
Samstag, 9. September 2017
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