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Samstag, 11. Februar 2017

Ein weiterer Leserbrief zur Ausgabe des WV v. 07.02.2017 Energiewende ist alternativlos


Sache der Lichtenauer

Energiewende nicht allein Aufgabe der SPD

Zur Berichterstattung über den Besuch des SPD-Vize-Bundesvorsitzenden Ralf Stegner im Technologiepark Lichtenau im WV vom 7. Februar merkt dieser Leser an:
Der Bericht gibt mir mit der Aussage von Herrn Lackmann sehr zu denken. (»Die besten Behörden sind jene, in denen nur eine Person sitzt, die entscheidet, die hat nämlich keine Zeit, Erbsen zu zählen«).
In der gleichen Ausgabe wurde über eine Twitter-Panne berichtet, dass der SPD-Bundesvize und Parteilinke Ralf Stegner sich über eine Geschmacklosigkeit entschuldigte. Ebenso wenig kann man ihm in der Behauptung folgen, 95 Prozent der Bevölkerung stünden hinter der Form der Energiegewinnung. Die Energiewende kann sich die SPD nicht allein auf die Fahne schreiben. Der Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht da eine andere Sprache. Die Aussagen von Ralf Stegner könnten der SPD schaden. Ob in Lichtenau 100 oder 200 Windräder stehen, ist Sache der Lichtenauer.
KONRAD STALLMEISTER
Büren

Donnerstag, 9. Februar 2017

Leserbriefe zum Artikel WV v. 07.02.2017 Energiewende ist alternativlos


Dann sind sie Aufwiegler

Bemerkenswertes Demokratieverständnis

Nach der Berichterstattung über den Besuch des Vize-SPD-Bundesvorsitzenden Ralf Stegner im Technologiepark und an Windkraftanlagen in Lichtenau macht sich dieser Leser Gedanken:
Ich war nicht dabei, bei dieser Veranstaltung. Aber die angeführten Zitate zeigen mir ein bemerkenswertes Demokratieverständnis.
Johannes Lackmann (Geschäftsführer Westfalenwind): »Die besten Behörden sind jene, in denen nur eine Person sitzt, die entscheidet. Die hat nämlich gar keine Zeit, Erbsen zu zählen.« – Der Wunsch nach partieller Autokratie?
Ralf Stegner: »Es reicht ja oftmals eine Person oder eine Partei, um die Sachlichkeit ad absurdum zu führen.«
Ja, was denn nun? Ist eine Person nun gut oder schlecht?
SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Scholle: »Es sind oftmals dieselben Leute, die in Bürgerinitiativen und Podiumsdiskussionen vertreten sind. Es klingt böse, aber die fahren über das Land und wiegeln die Menschen auf.«
Wenn Menschen eine Ansicht haben, die sie begründen und die offenbar nicht so einfach »ad absurdum« geführt werden kann, sie diese Ansicht auch noch öffentlich vorbringen, dann sind sie Aufwiegler. Gut, dass alle diese Ansichten und Vorwürfe den Beteiligten an diesem Geschäftsmodell so völlig fremd sind.
HANS-JOSEF KÖHLER
Paderborn

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Wer hat sich denn so löblich verhalten?

Das alte Misstrauen erhält neue Nahrung

Zum Bericht »Energiewende ist alternativlos« nach dem Besuch des SPD-Vize-Bundesvorsitzenden Ralf Stegner meint dieser Leser:
Nach gescheiterten Bemühungen vieler Bürger in Lichtenau, den Ausbau mit Windkraftanlagen in Grenzen zu halten, was auch ein Wahlversprechen des jetzigen Bürgermeisters Hartmann war, hatten sich die Wogen langsam geglättet und die Bürger wurden sich ihrer Hilflosigkeit bewusst, zumal alle ihre Einwendungen als unbegründet zurückgewiesen worden waren.
Der Druck der Investoren mittels Drohungen ihrer Anwälte, ein durch Befangenheit auf sechs Personen reduzierter Rat und ein neuer Bürgermeister hatten Fakten geschaffen. Durch die genannte Pressemitteilung schaukelt sich die Diskussion nun wieder auf und das alte Misstrauen erhält neue Nahrung.
Ich zitiere die Aussagen von Herrn Lackmann und Herrn Roeren-Wiemers: »Von der Idee bis zur Umsetzung können in Kommunen, in denen die Fronten verhärtet sind, sechs bis sieben Jahre vergehen.« Lichtenau bildet in dieser Hinsicht eine löbliche Ausnahme. Herr Lackmann hat auch die Antwort parat, warum dies so ist: »Die besten Behörden sind jene, in denen nur eine Person sitzt, die entscheidet.«
Welche Person hat denn nun in Lichtenau sich so löblich verhalten? Wurde der Rat mit den völlig unhaltbaren Drohungen der Haftung, auch mit dem Privatvermögen, ängstlich und folgsam gemacht? Jedenfalls waren im Stadtrat bei diesen weitreichenden Entscheidungen alle Gegenstimmen verstummt. Hat demzufolge bei uns Herr Hartmann allein entschieden? Herr Hartmann war erst frisch und überraschend in das Amt gewählt. Einflüsse von außen scheiden ja sicher aus.
Die Klage des Herrn Lackmann über fast wöchentlich neue Vorschriften und erfinderische Behörden passt natürlich ins Bild.
Viele Vorschriften und Gesetze wurden durch die Investoren beziehungsweise deren Gutachter bisher ohne Widerspruch sehr großzügig gedeutet. Die Behörden schauen nun etwas genauer hin und finden dann manche Schwachstellen.
DIETMAR HALBIG Lichtenau-Grundsteinheim

Lackmann-Zitat erntet Kritik

Borchen (WV/per). Reiner Allerdissen, Bürgermeister der Gemeinde Borchen, ist über eine Äußerung von Westfalen-Wind-Geschäftsführer Johannes Lackmann erbost. Dieser hatte während eines Treffens mit dem SPD-Vize-Chef Ralf Stegner geäußert, dass für ihn die beste Behörde diejenige sei, in der nur eine Person sitzt, die entscheidet. Die habe dann keine Zeit mehr, Erbsen zu zählen (WV vom 7. Februar).
»Eine solche Aussage widerspricht all dem, was für mich Sozialdemokratie ausmacht und versucht, die Grundsätze einer rechtsstaatlichen Demokratie als obsolet zu verunglimpfen. Dieses unverantwortliche Gerede weise ich in aller Schärfe zurück. Ich halte es für ebenso unverantwortlich, Kritiker am Ausbau der Windkraft pauschal zu diffamieren«, schreibt Allerdissen in einer Stellungnahme an diese Zeitung. »Gerade in Zeiten eines Donald Trump und eines um sich greifenden Populismus müssen sich Sozialdemokraten solchen, an totalitäre Denkweisen erinnernde und zutiefst demokratiefeindlichen Äußerungen entschieden in den Weg stellen.« Leserbriefe

Dienstag, 7. Februar 2017

Stellt sich die Lichtenauer SPD-Elite hier im folgenden Artikel geradezu ein schlechtes Zeugnis aus? Mit Sicherheit jedoch ein Artikel, der zur Textanalyse und kritischem Hinterfragen herausfordert!


> Energiewende ist alternativlos <

Veröffentlicht im Westfälischen Volksblatt Seite 9 vom 07.02.2017

Lichtenau(per). Als Schauplatz einer Diskussion über Windkraft hätte sich der Vize-Chef der Bundes-SPD sicherlich ungemütlichere Orte im Kreis Paderborn aussuchen können. In Lichtenau aber schlug Ralf Stegner gestern wenig Gegenwind ins Gesicht. Denn auch die Genossen vor Ort machten deutlich: Die Energiewende ist alternativlos.
»Der Blick geht nach oben«, sagt Stegner angesichts des 200 Meter in die Höhe ragenden Windrades, meint damit aber ebenso die jüngsten Umfragewerte des Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Und der stellvertretende Parteivorsitzende macht denn auch klar, was passiert, sollten die Sozialdemokraten über September 2017 hinaus in Regierungsverantwortung bleiben: »Wir werden den Weg der Energiewende weitergehen.«
In seiner Heimat Schleswig-Holstein, wo Stegner SPD-Landeschef ist, seien in der Vergangenheit ebenso wie im Kreis Paderborn viele Kämpfe in Sachen Windkraft ausgefochten worden – sei es mit Bürgerinitiativen oder vor Gericht. 95 Prozent der Bevölkerung stünden ihm zufolge jedoch hinter dieser Form der Energiegewinnung. »Und mit dem Rest muss man sich streiten und nach einer Einigung suchen« – Worte, die bei Johannes Lackmann, auf fruchtbaren Boden fallen. Doch der Geschäftsführer von Westfalen-Wind – einer der größten Betreiber von Windkraftanlagen in der Region – nutzt die Gelegenheit, um dem Spitzenpolitiker kritische Anmerkungen auf die Heimreise mitzugeben: »Fast wöchentlich gibt es neue Vorschriften. Behörden sind da sehr erfinderisch. Unser Aufwand vermehrt sich explosionsartig.«
Lackmanns Ansicht teilt auch Tobias Roeren-Wiemers, Geschäftsführer der Bürgerwind Buchgarten GmbH: »Von der Idee bis zur Umsetzung können in Kommunen, in denen die Fronten verhärtet sind, sechs bis sieben Jahre vergehen.« Lichtenau bilde in dieser Hinsicht eine löbliche Ausnahme, betont er, und Lackmann hat auch eine Antwort parat, warum dies so ist: »Die besten Behörden sind jene, in denen nur eine Person sitzt, die entscheidet. Die hat nämlich gar keine Zeit, Erbsen zu zählen.«
Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann erklärt sich den vermeintlich geringen Widerstand gegen die Windkraft in seiner Kommune mit der Beteiligung der Bürger – sowohl an der Planung als auch an den Gewinnen aus der Windkraft. So seien Wasser- und Strompreise niedrig, weil die Stadtwerke die Erträge aus ihrem eigenen Windpark zur Gegenfinanzierung verwendeten.
Auch Ralf Stegner macht bei seiner Stippvisite in Nordrhein-Westfalens zweitgrößter Flächengemeinde keinen Hehl daraus, dass Transparenz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energiewende das A und O seien, um den Bürger ins Boot zu holen. Von einem hält der Vize-SPD-Chef jedoch nichts: von pauschalen Abstandsgrenzen zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung. »Das ist immer im Einzelfall zu betrachten. So ist es auch ein Unterschied, ob eine einzelne Anlage errichtet wird oder ein Ortsteil von Windrädern umzingelt wird. Eine pauschale Abstandsregelung könnte man nur einhalten, wenn ganz viele Kriterien aufgegeben würden. Dann aber besteht die Gefahr, sich hart am Rande der Willkür zu bewegen, und die Chancen, dass Betreiber vor Gericht Recht bekommen, wären entsprechend groß. Dann ist dem Wildwuchs von Anlagen Tür und Tor geöffnet, und die Akzeptanz der Energiewende nimmt ab.«
Stegner und seine Gesprächspartner machen beim Zusammentreffen im Lichtenauer Technologiezentrum deutlich, dass der Weg zur Energiewende noch mit zu vielen Stolpersteinen gesät ist: »Es reicht ja oftmals eine Person oder eine Partei, um die Sachlichkeit ad absurdum zu führen. Die Möglichkeiten, Dinge zu blockieren, sind im Bereich der Windkraft sehr intensiv«, konstatiert der Schleswig-Holsteiner. Verhinderungspolitik ist auch dem stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Wolfgang Scholle ein Dorn im Auge: »Es sind oftmals dieselben Leute, die in Bürgerinitiativen und Podiumsdiskussionen vertreten sind. Es klingt böse, aber die fahren über das Land und wiegeln die Menschen auf.«

Freitag, 20. Januar 2017

Hart aber fair: Eine Diskussion über Windkraft.



Wichtiger Programm-Hinweis:

am Montag, 23.01.2017 um 21:00 Uhr läuft im Ersten / ARD die Sendung „Hart
aber fair“ zum Thema Windkraft. Gäste sind u. a. Frau Dr. B. Hendricks
(Bundesumweltministerin) und Enoch zu Guttenberg (prominenter
Naturschützer; ehemals Mitbegründer des BUND, aber dort ausgetreten
wegen deren bedingungslosen Eintretens für den Ausbau der Windkraft).
Am Ende der Sendung werden immer die Zuschauermeinungen zusammengefaßt.
Wie wohl die Statistik diesmal aussieht? Machen Sie mit?
Denn man kann seine Meinung über das Gästebuch zu dieser Sendung einbringen:
Dies Gästebuch ist ab heute, 20.1.2017 ab 14.00 Uhr geöffnet
oder während der Sendung per facebook, twitter etc.

Sonntag, 15. Januar 2017

Der Widerstand gegen die planlose Energiepolitik nimmt kein Ende!

Neue Bürgerinitiative tritt an

Windkraftgegner aus Etteln, Dörenhagen und Borchen formieren sich

Mit solchen Fotos im Netz wirbt die Initiative >gegen Ausverkauf der Heimat< und den Erhalt der Landschaft                                                                                                                                   Foto:WV

Borchen(bel). »Es ist noch lange nicht vorbei«, wollen Gudrun Ponta und Volker Tschischke den Kampf gegen weitere Windräder in Borchen nicht aufgeben. Mit anderen engagierten Bürgern haben sie jetzt eine Bürgerinitiative gegründet: »Gegenwind Borchen«.
Bereits in der kommenden Woche wollen sie über eine allgemeine Informationsveranstaltung Bürger aus Dörenhagen, Etteln, und Nord- sowie Kirchborchen informieren und mobilisieren, per Homepage sind sie vor wenigen Tagen auch ins Netz gegangen. Gerade nach dem Mindener Windkrafturteil und den Genehmigungen der ersten sieben Windkraftanlagen in Dörenhagen und Etteln wollen sie auch alle rechtlichen Möglichkeiten ausloten und einen Anwalt einbinden, um bereits gegen die jüngst genehmigten sieben Anlagen vorzugehen und notfalls auch private Klagen von betroffenen Bürgern zu unterstützen.
Auch die noch ausstehende Antwort der Landesregierung zu den Bodengutachten im Paderborner Karstgebiet biete Möglichkeiten zu Einsprüchen, hoffen sie. Die Initiative, die sich eng an das Regionalbündnis Windvernunft angeschlossen hat und die bisherigen Gruppierungen in den einzelnen Orten bündelt, will beispielsweise auch eigene Messungen zur Lärmbelastung von Anwohnern durchführen und über die Homepage »Gegenwind Borchen« eine anonyme Plattform für Bürger einrichten, die sich hier über Krankheitsfolgen durch Windkraft melden und austauschen können.
Um auch vor plötzlichen Überraschungen gefeit zu sein, habe man inzwischen mit Ortskundigen eine »Alarmkette« gebildet, um beispielsweise über kurzfristige Baumaßnahmen schnell informiert zu sein.
»Mit der neuen Genehmigungswelle wird sich auch in Borchen das Bewusstsein ändern, wie viele Menschen von diesem Thema unmittelbar betroffen sind und sein werden«, sind die Köpfe der neuen Bürgerinitiative sicher. »Erst wenn gebaggert wird, schreckt man auf«, sagt Gudrun Ponta. Besonders betroffen durch den Windkraftausbau sei beispielsweise der »Luftkurort« Etteln mit seinen mehr als 60 Betten in vier großen Pensionen.
Über ein breite Unterstützung ist sich die neue Initiative sicher: Allein beim Anhörungsverfahren habe es schon 450 Einwendungen gegeben. Bei der Online-Petition hätten 412 Bürger unterzeichnet, und nach dem Mindener Urteil habe es innerhalb kürzester Zeit 600 Unterschriften gegen neue Räder gegeben. »Selbst wenn die Hälfte doppelt unterzeichnet hat, wäre die bisherige Unterstützung enorm, und es werden mehr«, sieht auch Tschischke ein Anwachsen des Protestes angesichts der anstehenden Bauanträge.
Einen weiteren Handlungsbedarf für die Initiavie sieht auch Patrick Knüttel: In den laufenden Verfahren müsse man auch das Thema Rückbau im Auge behalten. »Was ist, wenn der juristische Einspruch der Borchener Gemeinde in vielleicht zwei Jahren doch erfolgreich ist? Erfolgt dann ein Rückbau der neuen Anlagen und wie kollidiert dies dann mit einem eventuell neuen Flächennutzungsplan«, sieht er wichtige Handlungsfelder nicht nur für die Politik. Auch eine Bürgerinitiative müsse dann deutlich machen, dass die bestehende Ratsentscheidung gegen weitere und höhere Windkraftanlagen nicht nur eine einsame Entscheidung im Rat sei, sondern auch auf einem breiten Bürgerwillen basiere. Erster deutlicher Protest seien beispielsweise die zahlreichen ausgehängten Groß-Banderolen in allen Ortsteilen. »Wir werden jedenfalls nicht aufgeben und um unsere Heimat und Gesundheit kämpfen«, sind sie sich einig und wollen auch vorausblickend Widerstand leisten. »Schon der verstorbene Altbürgermeister Aloys Lengeling sagte seinerzeit, dass die Windkraftanlagen Dörenhagens Tod sein werden«, will auch Knüttel die Hände nicht in den Schoß legen. 
www.gegenwind-borchen.de

 


Freitag, 13. Januar 2017

Nur einer zahlt, wer das wohl ist?


Rechnungshof rüffelt Minister

Berlin (dpa). Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung eine mangelhafte Steuerung und Kontrolle der Energiewende vorgeworfen. Das von Sigmar Gabriel (SPD) geleitete Wirtschaftsministerium habe keinen Überblick über die finanziellen Auswirkungen, heißt es in einem gestern bekanntgewordenen Prüfbericht für den Haushaltsausschuss des Bundestages: »Elementare Fragen wie ›Was kostet die Energiewende den Staat?‹ oder ›Was sollte die Energiewende den Staat kosten?‹ werden nicht gestellt und bleiben unbeantwortet.« Kontrollen zeigten, dass die Bezahlbarkeit der Energiewende noch nicht den ihr zukommenden Stellenwert habe. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums nannte die Kritik nicht nachvollziehbar. Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs erklärte, der Bericht bestätige den Eindruck, dass das Wirtschaftsministerium die Energiewende seit 2014 einseitig angehe. Klimaziele und der Ökostrom-Ausbau würden absolut gesetzt, Kosten und Risiken für die Versorgungssicherheit klein geredet oder nicht beachtet.

Westfälisches Volksblatt, Ausgabe 13.01.2017

Kommentar:

Nur einer zahlt

Mangelhaft. Das Urteil des Bundesrechnungshofs zur die Kontrolle und Steuerung der Energiewende durch das Wirtschaftsministerium könnte eindeutiger nicht sein. Die Frage nach den Kosten für den Staat werde nicht gestellt oder nicht beantwortet.
Und was ist mit den Verbrauchern? Wer interessiert sich dafür, dass der normale Stromkunde immer mehr zahlen muss und niemand diese Tendenz stoppen will oder kann? Stockender Netzausbau, Erdkabel statt Überlandleitungen, Garantiezahlungen für Ökoenergieerzeuger, Kraftwerksreserven, Windparks, die Strom erzeugen, aber keine Anbindung an das Leitungsnetz haben – für fast jedes Risiko haben die Politiker eine Umlage erfunden.
Der Aufschrei aus der Bevölkerung bleibt aus. Auch weil der Protest selbst aus der Wirtschaft gegen die horrenden Kosten der Energiewende allenfalls leise ausfällt. Mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung gibt es für die größten Energieverbraucher einen Preisnachlass. Und wer erhält die Rechnung? Richtig, wieder der normale Stromkunde. Es wird Zeit, dass sich das Verbraucherschutzministerium mehr um die Verbraucher kümmert. Wilfried Schnitker