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Samstag, 18. März 2017

Wenn es um Windkraft geht, steht die Natur hinten an!


Schläge gegen geschützte Natur

Verbreiterungen der Wege zu Windvorranggebieten: An Wegesrändern zwischen dem Altenautal und Ebbinghausen wurden Hecken, Büsche und Bäume abgeholzt - Lebensräume besonderer Arten zerstört


Lichtenau. Bäume und Büsche fallen im Frühjahr vielenorts unter Sägen zu Boden - in diesem Fall auch seltene Hecken. Im Altenautal und hinauf nach Ebbinghausen sind damit Wirtschaftswege für den Transport von Windkraftanlagen freigeschnitten worden. Der Naturschützer Ulrich Eichelmann (Wien/Atteln) sieht hier "wertvolle Lebens- und Ruheräume für besonders geschützte Arten im Raum Atteln zerstört".


Eichelmann, der nach wie vor auch für die Renaturierung der Altenau kämpft, hat die Zerstörungen aufgelistet: rund 350 Meter alte Hecken, 15 Buchen im Lebensalter von etwa 100 Jahren sowie etliche Obst-, Ahorn- und weitere Bäume. Der Naturschützer hat eine Gesamtfläche der Rodungen von 1.500 Quadratmetern errechnet.


In seinem Schreiben an den Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde zeigt er aus seiner Sicht einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz an. Zudem sei den Behörden der Wert der Hecken bekannt, weil diese im Biotopkataster NRW "explizit als schutzwürdig erfasst" sind, so Eichelmann. Er nennt konkret den Grünlandkomplex am Blumenberg südlich Ebbinghausen.


Von den gefällten Bäumen und auf den Stock gesetzten Büschen und Hecken war gestern kaum noch etwas zu sehen. Seitenstreifen der Wirtschaftswege waren von einer Straßenbaufirma bereits ausgekoffert worden. Mit Erdmaterial und Kies wird der Boden bereits für die bevorstehenden Transporte verdichtet. Im Windpark Altenautal sollen demnächst drei Windkraftanlagen repowert und zwei neue Riesen errichtet werden. Die Wege werden weiterhin von WestfalenWind für den Bau von sieben neuen Anlagen genutzt.


Für beide Gesellschaften bestätigte gestern WestfalenWind-Sprecher Daniel Saage die Rodungsarbeiten - und sagte: "Aus unserer Sicht liegen für diese durchgeführten Arbeiten jeweils Genehmigungen seitens des Kreises vor." Der Kreis Paderborn will die Eingriffe in die Natur vor Ort mit den Genehmigungsbescheiden noch überprüfen. "Straßen und insbesondere Kurvenabschnitte müssen verbreitert und Rodungen vorgenommen werden", erklärte Kreissprecherin Michaela Pitz gestern, "um die logistische Herausforderung der Anlieferung von Windkraftanlagen mit Größe und Gewicht sicherzustellen."


Landwirt Anton Kahmen aus Atteln, Gesellschafter des Windparks Altenautal, verwies gegenüber der Neuen Westfälischen auf nur "50 Meter Hecke", die auf den Stock gesetzt worden wäre und sagte weiter: "Direkt am Straßenrand halten sich keine Tiere auf." Die Windpark-Gesellschaft müsste als Auflage des Kreises Paderborn unter anderen etwa zwölf neue Bäume pflanzen: "Dafür haben wir ein Jahr Zeit."



© 2017 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Freitag 17. März 2017
 

Kommentare:


  1. Folgendes klingt doch schizophren???
    "Für beide Gesellschaften bestätigte gestern WestfalenWind-Sprecher Daniel Saage die Rodungsarbeiten - und sagte: "Aus unserer Sicht liegen für diese durchgeführten Arbeiten jeweils Genehmigungen seitens des Kreises vor." Der Kreis Paderborn will die Eingriffe in die Natur vor Ort mit den Genehmigungsbescheiden n o c h überprüfen.
    Nach meinem Verständnis sollte doch eine "ÜBERPRÜFUNG" durch Behörden vor dem GENEHMIGUNGSBESCHEID stehen!!
    Was heißt denn auch " aus UNSERER SICHT" liegen Genehmigungen vor????
    soll das etwa heißen, dass es Auslegungs- oder Sichtweise ist, ob etwas genehmigt ist oder nicht?? Was denn nun? Hat der Kreis genehmigt oder hat er nicht????


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    1. Seilschaften erreichen ihr Ziel nur solange, als sie am gleichen Strick oder Ziel festhalten. Das nennt der heutige Zeitgeist Risiko- und Zweckgemeinschaften.

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