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Montag, 13. Oktober 2014

Winddkraftwahnsinn fordert erstes Opfer: Der Grundsteinheimer Ortsheimatpfleger Paul Hatscher legt frustriert sein Amt nieder



Paul Hatscher ein engagierter Ortsheimatpfleger und Mitinitiator der Bürgerinitiative ProLichtenau hat mit Brief vom 1. August 2014 an den Bürgermeister Josef Hartmann und der Ortsvorsteherin Claudia Keiter sein Ehrenamt niedergelegt. Nach 15 Jahren in diesem Amt, davon 5 Jahre als stellvertretender Stadtheimatpfleger wird dieser Schritt von unserer Bürgerinitiative und sicherlich von weiten Teilen der Lichtenauer Bevölkerung sehr bedauert.

Als maßgeblichen Grund nennt Paul Hatscher in seinem Brief den geplanten massiven Ausbau von Windenergieanlagen im Stadtgebiet Lichtenau. Durch den im Flächennutzungsplan vorgesehenen Ausbau weiterer ca. 80 bis zu 200 m hohen Windräder ist eine Konzentration zu erwarten die bundesweit einmalig ist. Dadurch wird die vorhandene Kulturlandschaft nachhaltig zerstört und viel Missgunst und Streit in die Dorfgemeinschaften getragen.
Paul Hatscher ist überzeugt, dass mit den bereits vorhandenen 100 Windkraftanlagen ein moderater Zubau möglich wäre und der Windkraft der immer wieder zitierte substanzielle Raum eingeräumt werden kann.
So sollten die Abstände zu Wohnbebauung ca. 1.500 m betragen um Belästigungen von den Menschen fern zu halten. Wir sind dörflich strukturiert mit noch intakter Natur. Jedes Windrad in der geplanten Größe ist eine gewaltige Maschinenanlage mit enormen Flächenverbrauch, so dass bei der geplanten Konzentration der Windkraftanlagen das Lichtenauer Stadtgebiet zu einem riesigem Industriegebiet verkommt.

Auch sonst sieht sich Heimatpfleger Paul Hatscher von der Stadtverwaltung und dem Lichtenauer Rat nicht ausreichend informiert. Somit ist eine Einflussnahme auf die Belange der Heimatpflege unmöglich.


Anmerkung der Bürgerinitiative:
Alle Lichtenauer Ortsheimatpfleger haben am 19.4.2014 eine „Gemeinsame Stellungnahme zur Planung weiterer WKA’s im Stadtgebiet Lichtenau“ abgegeben. Reaktionen dazu hat es weder vom Bürgermeister, Stadtverwaltung noch von Ratsmitgliedern gegeben.

Presseartikel zur Stellungnahme der Heimatpfleger:
Westf. Volksblatt vom 12.5.2014: „Zerstörung vermeiden“ http://prolichtenau.blogspot.com/2014/05/heimatpfleger-es-gibt-keinen-grund-die.html

Neue Westfälische vom 6.6.2014: „1500 Meter Abstand gefordert“ http://prolichtenau.blogspot.com/2014/06/lichtenau-ortsheimatpfleger-fordern.html






Kommentare:

  1. Es ist traurig, aber wahr, daß die Heimatpflege bzw. die Heimatpfleger in der Stadt Lichtenau immer nur Bedeutung haben bzw. gebraucht werden, wenn es darum geht, Holzhüttchen auf Wilddiebsmärkten zu bespaßen oder Festumzüge zu gestalten, bei denen sich der Stadtrat präsentieren kann. Sobald es um echte Heimatpflege geht, sind sie unerwünscht.
    Paul Hatscher ist nun schon der zweite, der daraus die Konsequenzen gezogen hat. Schade für unsere Heimat!

    Markus Müller, Stadtheimatpfleger

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    1. Alle Achtung, Herr Müller, sehr mutig.
      Da werden Sie sich vermutlich noch einiges an Kritik zu Ihrer Stellungnahme anhören müssen. „So was tut man doch nicht“ oder ähnlich. Allerdings, wer Sie kennt, der weiß auch, dass Sie zum einen ein sehr engagierter und sich um die Heimat in vielfacher Form verdient gemachter Heimatpfleger sind und zum anderen auch einer, der noch das sprichwörtlich oft zitierte „Rückgrat“ hat. Sie halten das aus.
      Ich ziehe den Hut vor Ihnen und auch vor Herrn Harscher, die sie sich noch trauen, öffentlich ihre Meinung zu äußern und die durchaus berechtigte Frage aufwerfen: „Wieso der Natur-, Tier- und Landschaftsschutz auf einmal so bedeutungslos geworden ist? Wofür braucht man künftig eigentlich noch Heimatpfleger?
      Die politische Gruppe derer, die sich noch vor Jahren von ihrer politischen Ausrichtung her um jeden Wurm und Käfer kümmerten und die sich mit aller Macht gegen eine konventionell ausgeübte Landwirtschaft mit ihren Großmastanlagen, der Ausbringung von Herbiziden und Pestiziden auf die Äcker engagierten, setzen sich heute gerade eben für diese Berufsgruppe ein und sorgen für eine zusätzliche Einnahme, die diese dann womöglich in weitere Großmastställe stecken und die Ländereien um die Windräder künftig zum ausbringen der immens zunehmenden Gülle brauchen. Ja, auch diese Problematik nimmt in Lichtenau ständig zu.
      Ob die Heimatpfleger in den anderen, in den von WKA besonders betroffenen Lichtenauer Dörfern auch eine Meinung - pro oder contra - haben? Vielleicht nehmen sich diese jetzt ein Beispiel an Ihnen und klopfen auch mal auf den Putz . . . ! Schön wär’s ja.

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