- 02.02.17, 19:56 Uhr
Riesenwindräder,
wie diese 200 Meter hohe Anlage in der Lausitz, möchten die Nümbrechter nicht
haben.
Nümbrecht -
Künftig gibt
es in der Gemeinde Nümbrecht keine einzige sogenannte Konzentrationsfläche
mehr, auf der Windkraftanlagen gebaut werden könnten. Mit mehrheitlichem Votum
haben sich die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses am Mittwochabend
dafür ausgesprochen, den zurzeit einzig möglichen Standort für Windräder in der
Ortslage Oberstaffelbach zu streichen.
„Oberstaffelbach
wäre ohnehin nur bedingt für Windkraftanlagen geeignet“, sagte Bürgermeister
Hilko Redenius mit Blick auf die dort geltende Höhenbeschränkung von 100
Metern. Diese Höhe würde aber nicht reichen, um Windräder in Gang zu setzen,
weht über Oberstaffelbach doch meist ein eher laues Lüftchen.
Wer jetzt
auf dem Gebiet der Gemeinde Windräder aufstellen will, findet laut Redenius in
den Außenbereichen weiterhin „vier bis sechs Bereiche“, muss aber dann das
übliche Antragsverfahren durchlaufen. Dabei gilt es etwa zu prüfen, ob der
gesetzlich vorgeschriebene Abstand von 600 Metern zur nächsten Wohnbebauung
eingehalten werden kann und ob der Tierschutz gewahrt bleibt. Die Kosten trägt der
Antragsteller selbst.
Die Gemeinde
rechnet zudem damit, dass sich Nachbarn möglicher Anlagen gegen den Bau zur
Wehr setzen, auch juristisch. „Wir selbst wollen jedenfalls keine
Potenzialflächen ausweisen“, betonte Bürgermeister Redenius. Dass es „vier bis
sechs mögliche Flächen“ für die Windkraft gibt, hatte einst eine erste, grob
geführte Untersuchung ergeben.
Mit der Entscheidung aus
der Ausschusssitzung will die Verwaltung möglichen Forderungen nach weiteren,
mehr als 500 000 Euro teuren Analysen schon heute den Wind aus den Segeln
nehmen.
Auf diesem Weg zahlt Nümbrecht nichts
Denn: Würden
im Regionalplan mehr Potenzialflächen als nur Oberstaffelbach ausgewiesen,
müsste die Gemeinde künftige Windkraftgutachten mit allen Kosten und Risiken
selbst in Auftrag geben. Da nun aber keine einzige Vorrangzone mehr besteht,
ist Nümbrecht aus dem Schneider.
Einziger
Gegner dieses Vorgehens war die SPD-Fraktion um Jürgen Rogowski, die neue
Prüfungen forderte, weil Wind als alternative Energiequelle unverzichtbar sei.
Nach dem Einwand entspann sich eine hitzige Diskussion, bei der Rainer Galunder
(WGHL) den Sozialdemokraten eine „perverse Argumentation“ vorwarf: „In
Nümbrecht ist schlichtweg kein Platz für Windkraft, schon allein wegen des
Vorkommens geschützter Tierarten.“
– Quelle:
http://www.rundschau-online.de/25667298 ©2017
Interessant ist auch der Beitrag - TerraX- vom 19.02.2017 Rasende Eisbrocken, wie gefährlich
sind Windkraftanlagen wirklich?
siehe den entsprechenden Link
